Küng gewinnt Vuelta-Zeitfahren in Jerez
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Europa Magazine nachrichtenticker.ch News Orte Radsport Regionen Schweiz Schweiz Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Verbreitung Vuelta a España
Stefan Küng feiert bei der Vuelta a España einen grossen Schweizer Triumph. Der 32-jährige Thurgauer gewinnt das 32,1 Kilometer lange Einzelzeitfahren von El Puerto de Santa María nach Jerez de la Frontera in 35:22 Minuten. Für Küng ist es der zweite Etappensieg bei einer Grand Tour nach seinem Vuelta-Erfolg 2024 in Madrid.
Küng setzte sich in einem extrem schnellen Zeitfahren drei Sekunden vor dem Briten Callum Thornley durch. João Almeida wurde mit neun Sekunden Rückstand Dritter, Primoz Roglič belegte 19 Sekunden hinter Küng Rang vier.
Damit hat Küng die grosse Chance genutzt, die sich ihm auf der 18. Etappe bot. Bereits vor dem Start gehörte Küng auf dem flachen Kurs zu den grossen Favoriten auf den Tagessieg. Nun verwandelte der Tudor-Profi die Ausgangslage in seinen nächsten prestigeträchtigen Erfolg.
Küng schlägt Thornley um drei Sekunden
Das Einzelzeitfahren führte über 32,1 nahezu flache Kilometer durch die Provinz Cádiz. Bei den hohen Geschwindigkeiten waren nur kleine Zeitabstände zu erwarten.
Der junge Callum Thornley setzte früh eine starke Bestmarke. Der Fahrer von Red Bull-Bora-Hansgrohe benötigte 35:25 Minuten und verdrängte damit unter anderem Ethan Hayter deutlich von der Spitze.
Dann kam Küng.
Der Schweizer absolvierte die Strecke in 35:22 Minuten und war damit drei Sekunden schneller als Thornley. Auf den 32,1 Kilometern entsprach dies einem Schnitt von rund 54,4 km/h.
Nach Küngs Zieleinlauf scheiterten sämtliche weiteren Favoriten an seiner Zeit. Almeida verlor neun Sekunden, Roglič 19 und Wout van Aert 20 Sekunden.
Damit lautete das Resultat an der Spitze:
1. Stefan Küng – 35:22 Minuten
2. Callum Thornley – +3 Sekunden
3. João Almeida – +9 Sekunden
4. Primoz Roglič – +19 Sekunden
5. Wout van Aert – +20 Sekunden
Zweiter Grand-Tour-Sieg für Küng
Für Küng ist der Erfolg von Jerez der zweite Etappensieg seiner Karriere bei einer dreiwöchigen Landesrundfahrt.
Seinen ersten Grand-Tour-Sieg hatte der Schweizer ebenfalls bei der Vuelta gefeiert. 2024 gewann er das abschliessende Einzelzeitfahren in Madrid und beendete damit eine lange persönliche Jagd nach einem Sieg auf der grössten Bühne des Radsports.
Zwei Jahre später bestätigt Küng nun erneut seine internationale Klasse gegen die Uhr.
Der Erfolg besitzt für den Tudor-Profi auch deshalb besondere Bedeutung, weil er sich nach einer Verletzung im Februar zurückkämpfen musste. Nach seinem Sieg dankte Küng ausdrücklich den Menschen, die ihn während dieser Phase unterstützt hatten.
Für Tudor ist es zudem bereits der zweite Etappenerfolg bei dieser Vuelta. Marco Brenner hatte fünf Tage zuvor die Bergankunft auf der Sierra de La Pandera gewonnen.
Roglič macht Zeit auf Mas gut
Während Küng um den Tagessieg fuhr, stand für die Anwärter auf den Gesamtsieg ein anderes Duell im Mittelpunkt.
Primoz Roglič nutzte das Zeitfahren, um seinen Rückstand auf Leader Enric Mas deutlich zu verkürzen. Der Slowene wurde in Jerez Vierter und nahm Mas 33 Sekunden ab.
Mas selbst belegte Rang zwölf und verteidigte dennoch souverän das Rote Trikot.
Vor den letzten schweren Bergetappen führt der Spanier die Gesamtwertung nun mit 1:37 Minuten Vorsprung auf Roglič an. Felix Gall liegt als Dritter bereits 3:01 Minuten zurück.
Damit ist der Kampf um den Gesamtsieg zwei Tage vor dem Finale in Granada weiterhin offen.
Heute wartet Peñas Blancas
Bereits am Freitag wechselt das Bild der Vuelta komplett. Nach dem flachen Zeitfahren steht auf der 19. Etappe wieder ein langer und anspruchsvoller Bergtag bevor.
Die Fahrer müssen 210,8 Kilometer von Vélez-Málaga nach Peñas Blancas bei Estepona absolvieren. Insgesamt kommen rund 4000 Höhenmeter zusammen.
Unterwegs warten mit dem Puerto de las Abejas und dem Puerto del Viento zwei Bergpreise der zweiten Kategorie.
Die Entscheidung dürfte jedoch auf dem Schlussanstieg nach Peñas Blancas fallen. Der Berg ist 18,7 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 6,5 Prozent auf.
Für Mas und Roglič bietet sich damit unmittelbar die nächste Gelegenheit, im Kampf um das Rote Trikot anzugreifen.
Küng erreicht sein grosses Vuelta-Ziel
Für Küng dürfte der Kampf um die Gesamtwertung keine Rolle spielen. Sein sportliches Hauptziel dieser Vuelta lag vielmehr in den Zeitfahren und der Jagd nach einem Etappensieg.
Dieses Ziel hat der Schweizer nun erreicht.
Besonders beeindruckend ist dabei die knappe Entscheidung. Auf mehr als 32 Kilometern trennten Küng und Thornley gerade einmal drei Sekunden. Küng musste über die gesamte Strecke nahezu fehlerfrei fahren.
Nach einem etwas schwierigeren Abschnitt und einigen nicht optimal gefahrenen Kurven fand der Thurgauer rechtzeitig wieder seinen Rhythmus und rettete seinen Vorsprung ins Ziel.
Zwei Jahre nach seinem Triumph in Madrid steht Küng damit erneut ganz oben auf einem Vuelta-Podium – und bestätigt einmal mehr seinen Platz unter den besten Zeitfahrern der Welt.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert