Noah Okafor zieht sich aus Nati zurück – Bruch mit Murat Yakin
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Fussball Magazine nachrichtenticker.ch Nationalmannschaft Orte Regionen Schweiz Schweiz soccer.ch Spiele Sport Sport & Spiel sportaktuell.ch Themen Verbreitung
Noah Okafor zieht sich bis auf Weiteres aus der Schweizer Nationalmannschaft zurück. Der 26-jährige Offensivspieler will unter Nationaltrainer Murat Yakin nicht mehr für die Nati auflaufen. Als Gründe nennt er fehlendes Vertrauen und mangelnden gegenseitigen Respekt.
Okafor machte seinen Entscheid am Donnerstag öffentlich. Dabei betont der Profi von Leeds United, dass es sich nicht zwingend um einen endgültigen Abschied aus der Nationalmannschaft handelt. Unter den aktuellen Umständen sehe er für sich aber keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit.
Der Entscheid kommt knapp zwei Monate nach der Weltmeisterschaft 2026. Okafor gehörte zum Schweizer Kader, spielte während des Turniers jedoch nur eine kleine Rolle. Gerade die Erlebnisse während der WM hätten sein Verhältnis zum Trainer nachhaltig belastet.
Okafor spricht von verletztem Vertrauen
In seinem Statement macht Okafor deutlich, dass die Gründe über sportliche Einsatzzeiten hinausgehen. Der Offensivspieler erklärt ausdrücklich, dass es ihm nicht um eine Sonderbehandlung oder einen garantierten Platz in der Mannschaft gehe.
Vielmehr fehle für ihn die notwendige Vertrauensbasis. Okafor spricht von Situationen während der WM, die ihn persönlich stark getroffen hätten.
Besonders deutlich ist deshalb seine Konsequenz: Unter dem aktuellen Nationaltrainer Murat Yakin möchte Okafor nicht mehr für die Schweiz spielen.
Gleichzeitig würdigt er die sportliche Arbeit Yakins und die Erfolge der Nationalmannschaft. Für eine weitere Zusammenarbeit brauche es aus seiner Sicht jedoch gegenseitigen Respekt und Vertrauen.
WM wurde für Okafor zur schwierigen Zeit
Sportlich verlief die Weltmeisterschaft für die Schweiz erfolgreich. Die Nati erreichte den Viertelfinal und unterlag dort Argentinien nach Verlängerung mit 1:3.
Für Okafor persönlich verlief das Turnier dagegen enttäuschend. Der schnelle Angreifer musste über weite Strecken zuschauen und kam lediglich beim 2:0 gegen Algerien während 21 Minuten zum Einsatz.
Bereits während des Turniers wurde seine geringe Einsatzzeit zum Thema. Obwohl Okafor nach einer starken Saison bei Leeds United wieder zum Schweizer WM-Kader gehörte, setzte Yakin in der Offensive vorwiegend auf andere Spieler.
Okafor erklärt nun, dass ihn insbesondere der Umgang mit ihm während des Turniers beschäftigt habe. Sein Entscheid richte sich deshalb nicht allein gegen die sportliche Rolle als Ersatzspieler.
Belastetes Verhältnis zwischen Yakin und Okafor
Die Spannungen zwischen Okafor und Yakin reichen bereits länger zurück. Nach der Europameisterschaft 2024 spielte der Offensivspieler während längerer Zeit keine Rolle mehr in der Nationalmannschaft.
Erst im Frühjahr 2026 kehrte Okafor nach mehr als 16 Monaten wieder ins Schweizer Aufgebot zurück. Vor der WM schienen die früheren Differenzen zunächst bereinigt.
Sportlich hatte er sich die Rückkehr mit starken Leistungen bei Leeds United verdient. Auch bei Leeds United steht Okafor weiterhin regelmässig im Fokus.
Nun ist die Beziehung zur Nationalmannschaft erneut zerbrochen.
26 Länderspiele und zwei Tore für die Schweiz
Okafor gehört seit 2019 zum Kreis des Schweizer A-Nationalteams. Gemäss Statistik des Schweizerischen Fussballverbands kommt er bislang auf 26 Länderspiele, 1013 Einsatzminuten und zwei Tore.
Seine Karriere begann beim FC Basel. Über Red Bull Salzburg und die AC Milan führte sein Weg schliesslich nach England zu Leeds United.
Dass ein Spieler im Alter von 26 Jahren zumindest vorläufig auf weitere Einsätze für die Nationalmannschaft verzichtet, ist sportlich bedeutend. Okafor verfügt über Tempo, internationale Erfahrung und kann auf mehreren Positionen in der Offensive eingesetzt werden.
Schweiz startet Ende September in die Nations League
Für Murat Yakin kommt der Entscheid kurz vor dem nächsten wichtigen Abschnitt der Nationalmannschaft.
Am 26. September startet die Schweiz auswärts gegen Nordmazedonien in die neue Nations-League-Kampagne. Drei Tage später folgt das Auswärtsspiel gegen Schottland.
Am 3. Oktober empfängt die Nati Slowenien in Luzern, am 6. Oktober folgt dort das Heimspiel gegen Nordmazedonien.
Okafor wird dabei nicht zur Verfügung stehen, solange sich an seiner Haltung gegenüber dem aktuellen Nationaltrainer nichts ändert.
Ein endgültiger Abschied vom Schweizer Trikot muss der Entscheid dennoch nicht sein. Okafor spricht ausdrücklich von einem Rückzug «bis auf Weiteres». Damit bleibt eine spätere Rückkehr grundsätzlich möglich.
Quelle: belmedia-Redaktion
Bildquelle: Symbolbild – Titelbild – KI-generiert